NSL
Spielplan
Bühne
Theatersaal
20.03.2026
Freitag 20:00

Leipzig liest: Glanz und Grauen im feministischen Spiegelkabinett

Carte Blanche für das queerfeministische Veranstaltungskollektiv feministischer salon basel

IM RAHMEN DER LEIPZIGER BUCHMESSE 2026


Mit Nora Osagiobare, Petra Piuk, Gianna Rovere & Katja Brunner
Moderation: Katha Florin Baur & Franca Schaad (feministischer salon basel)

Vier Autorinnen aus der Schweiz und Österreich halten der Gegenwart einen literarischen Spiegel vor – schräg, scharf, suchend. Im feministischen Spiegelkabinett verzerren, vervielfältigen und brechen sich gesellschaftliche Bilder: von Alltag und Macht, Körpern und Blicken, Technik und Begehren.

Nora Osagiobares Debüt «Daily Soap» (Kein & Aber) erzählt von Toni, die zwischen Alltagsrassismus, familiären Abgründen und Reality-TV kurz abzuschalten versucht – und dabei merkt, wie sehr das eigene Leben zur Seifenoper wird. Wenn private Verstrickungen und öffentliche Inszenierungen aufeinandertreffen, stellt sich die Frage: Wer schaut hier eigentlich wem zu?

Gianna Roveres «Episoden von Alltagselefanten» (Verlag sechsundzwanzig) sammelt, tastet, verschiebt. In kaleidoskopartigen Kurztexten entstehen überraschende Verbindungen zwischen Elefant*innen und Frauen, zwischen Körpern, Volumen und den Blicken, die sie formen. Eine literarische Spurensuche nach Selbstzweifeln, Scham und Widerstand – ausgelöst durch eine beiläufige, herablassende Beobachtung im Zoo.

In Petra Piuks dystopischem Roman «Hotel Love» (Leykam) ist das Jahr 2031 angebrochen: Frauenrechte sind abgeschafft, Männer und KI regieren. Die «neue Familie» wird propagiert, und ein Mann erschafft sich die perfekte, gehorsame Partnerin. Bitterböse Satire trifft auf beklemmende Zukunftsvision – erschreckend nah an der Gegenwart.

Den literarisch-musikalischen zweiten Teil des Abends gestaltet Katja Brunner. In «Die Kunst der Wunde» (Verlag Der gesunde Menschenversand) seziert sie mit sprachlicher Wucht die Verhältnisse unserer Zeit. In der Vielstimmigkeit öffnen sich gesellschaftliche Risse: zwischen Freiheit und Kontrolle, Würde und Gewalt, Staat und Körper. Ein aufwühlender Ritt durch Abgründe und Widerstände – und durch die Kraft der Sprache selbst.

Ein Abend zwischen Lesung, Gespräch und Performance, kuratiert von Katha Florin Baur und Franca Schaad vom feministischen salon basel: vier Perspektiven, viele Spiegelungen – und Fragen, die offen bleiben.

Gerne laden wir Sie zwischen Lesung und Gespräch mit Gianna Rovere, Nora Osagiobare und Petra Piuk (20:00 Uhr, Theaterbühne) und der performativen Lesung von Katja Brunner (ca. 21:45 Uhr, Konzertbühne) zu einem Aperitif ein.

Eine Veranstaltung von Pro Helvetia

Links:
https://www.feministischersalon.ch/
https://www.keinundaber.ch/buecher/daily-soap
https://sechsundzwanzig.ch/buecher/episoden-von-alltagselefanten
https://www.leykamverlag.at/produkt/hotel-love/
https://katjabrunner.com/